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Stockholm gehört für mich zu den schönsten Städten Europas. Zweimal war ich bislang da, das letzte Mal vor ein paar Wochen. Allein die Lage: Stockholm besteht aus vielen kleinen Inseln! Das macht die größte Stadt Skandinaviens zu etwas Besonderem. Zugegeben, ich bin ein echter Royal-Fan, vor allem seitdem ich Königin Silvia, König Carl Gustav sowie Kronprinzessin Victoria interviewen durfte. Umso aufregender war es für mich, in ihre Heimat einzutauchen. Hier kommen meine besten Tipps für einen Kurztrip in eine meiner Lieblingsstädte.

Auf den Spuren der schwedischen Königsfamilie

Im Schloß Drottningholm wohnen der König & die Königin

Klar, die königliche Familie ist beim Volk nicht ganz unumstritten. Schließlich kostet sie das Volk ja auch eine Menge. Und so ist nur zirka die Hälfte der Schweden für die Monarchie. Aber dennoch verschlinge ich die Geschichten über die teilweise skandalumwitterte Königsfamilie.

Barockschloß am Wasser
Schloß Drottningholm

So war es für mich total klar: mein erster Weg führt nach Schloß Drottingholm. Dort leben die deutschstämmige Königin Silvia und ihr Mann, König Carl Gustav XVI, seit vielen Jahren. Das ganze Anwesen rund um das malerische Barock-Schloss mit Lustgarten und Park etwas außerhalb der quirligen Metropole ist wirklich zauberhaft.

Bootstour in Stockholm

Zurück in der Stadt lohnt sich für Historien-Fans ein Abstecher in den Stadtteil Riddarholmen. Dort liegt die Begräbniskirche Riddarholmskyrkan aus dem 13. Jahrhundert, wo über 60 Mitglieder des schwedischen Königshauses begraben sind.

Das Rathaus mit seinem Turm sieht man schon von weitem

Von dort aus kann man übrigens super ein Boot nehmen und Richtung Rathaus übers Wasser fahren. Generell sollte man sich einmal Stockholm vom Wasser aus anschauen. Vom Rathausturm aus hat man den besten Blick über die Stadt!

Die Schweden sind ein freundliches Volk – selbst die Wachmänner vor dem Schloß machen Späße zwischendrin
Das Stadtschloß

Weiter geht’s für mich auf den Spuren der Königsfamilie im Stadtschloss (Kungliga Slottet), dem Arbeitssitz der Königsfamilie. Hier kann man sehr viel mehr über die Geschichte der Wikinger-Nation erfahren. Neben den Räumlichkeiten kann man die Schlosskirche besichtigen oder den Kronschatz im Museum. Mit etwas Glück trifft man tatsächlich auch einen Royal. Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria habe ich persönlich als sehr bodenständig und total freundlich erlebt.

Der Dom und die Altstadt

Und so hat es mich natürlich auch brennend interessiert, wo sie geheiratet haben. Nämlich quasi gegenüber in der Nikolaikirche, dem Dom Stockholms.

Die „Große Kirche“ von innen – sehr imposant

Übrigens wurde der Dom wurde zum ersten Mal schon 1279 erwähnt und nimmt in der Geschichte der schwedischen Reformation eine Schlüsselrolle ein. Sowohl die Kirche als auch das Schloß liegen in meinem Lieblingsteil „Gamla Stan“. Für die Altstadt sollte man sich unbedingt etwas Zeit nehmen und treiben lassen. In den Gassen beginnt nämlich eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, die schmalste nennt sich „Mårten Trotzigs Grand“.

Traumhafte Gassen in der „Gamla Stan“, der Altstadt

Hier pulsiert das Leben. Rund um den Hauptplatz, wo das Nobelmuseum liegt, sind unzählige Cafes und Restaurants.

Essen in Stockholm

Bekanntermaßen gehen die Schweden gehen gern und oft essen. Sicher kennen die IKEA-Einkäufer unter uns „Köttbullar“, Hackbällchen in Sauce. Es ist quasi das schwedische Nationalgericht!

Fika & dazu einen Kaffee: typisch schwedisch!

Man sollte aber auch unbedingt eine Zimtschnecke (Fika) essen. Das bedeutet nämlich so viel wie „Freunde treffen“, dazu einen Kaffee und das Herz schlägt ein bisschen schwedisch.

Direkt am Rathaus gibt es das hoch gelobte Restaurant Stadshuskällaren, wo jedes Jahr die Nobelpreisträger nach der Preisverleihung essen gehen. Man kann sich dort übrigens sämtliche Nobel-Menüs aus den vergangen Jahren vorbestellen! Wie cool ist das denn bitte?

Mitten in der Altstadt bin ich auf das „The Hairy Pig Deli“ gestoßen. Wer auf Gerichte wie „Pulled Pork“ steht, ist in diesem gemütlichen Lokal genau richtig.

Nur ein paar Gehminuten weiter ist das zauberhafte „Under Kastanjen“.

Das Stammlokal des Königs!

Wie der Name schon verrät, liegt das Lokal unter einem Kastanienbaum. Im Sommer kann man draußen auf einer kleinen Terrasse essen. Hier bekommt man typisch schwedische Küche aufgetischt, aber auch selbstgemachte Kuchen und köstliche Naschereien.

Wer mal wie „Königs“ speisen will, geht ins „Opera Källaren“, das Restaurant neben der Oper. Hier bestellt sich nämlich der König auch gern mal sein Essen, wenn sein eigener Koch ausfällt. Eine gediegende Speisekarte, die auch royalen Gaumen genügt. Generell gilt bei den meisten Lokalen: am besten vorher reservieren! Spontan ist in der Hauptsaison nicht wirklich was möglich.

Weitere Hot Spots in Stockholm

Wer nach dem Essen noch weiterziehen möchte – Coolness ist hier angesagt! Ob in der Cadier Bar des Grand Hotels (großes Starpotential garantiert: hier hat schon Madonna gewohnt), Vassa Eggen oder Le Rouge (hier trifft man die trend-bewußte Crowd) oder im Sommer das direkt am Wasser gelegene Orangerie. Die Stockholmer gehen gern aus, auch wenn der Alkohol hier nicht wirklich billig ist.

Die Stadt am Wasser – Stockholm hat ein wunderschönes Stadtbild und lädt zum Geld ausgeben ein

Auch Shoppen ist nicht günstig. Ich habe ein Faible für schwedische Designer und Labels wie „Acne“ oder „Filippa K“, aber die Preise für solche Designerstücke sind meistens extrem. Besonders in der Straße Sturegallerian, einer der teuersten Pflaster mit edlen Boutiquen. Aber zum Glück gibt es auch lässigere Stadtteile wie Norrmalm mit der Fußgängerzone (Drottningsgatan) und gängigen Shops wie H&M.

Stolze Schweden

Die Schweden sind stolz auf ihre Geschichte und ihre internationalen „Stars“, denen sie Denkmäler oder Museen gewidmet haben. Allen voran natürlich Kult-Autorin Astrid Lindgren oder Popgruppe ABBA. Derzeit gibt es ja Gerüchte, daß ein Revival zustande kommen soll.

Schon bei ihrer Jungfernfahrt gesunken: die Vasa

Das wäre was! Aber – das hätte ich wirklich auch nicht gedacht – meine größte Überraschung im positiven Sinne war tatsächlich das Vasa-Museum. Das ganze Museum wurde rund um die Vasa, das alte Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, gebaut. Das riesige Holz-Schiff wurde 300 Jahre nach ihrem legendären Kentern geborgen und in Originalgröße restauriert.

Geschichte hautnah erleben…

Innendrin ist es recht kühl und dunkel, was am Konservierungsprozess liegt. Am besten beginnt Ihr oben im 7. Stock und lauft dann runter. Jede Etage hat eine kleine Ausstellung und erzählt die sagenumworbene Geschichte der früh gesunkenen Vasa.

Wer bei Vasa jetzt noch an Knäckebrot denkt, ist in Stockholm wirklich nicht richtig. Am besten laßt Ihr das Flair der Stadt bei einer Fika in einem Cafe auf Euch wirken und grüßt wie die Schweden mit einem freundlichen „Hej“! Spätestens dann seid Ihr sicher genau wie ich ein echter Stockholm-Liebhaber geworden.

Weitere Städte-Tipps findet Ihr hier.

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