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Zugegeben, ich war etwas skeptisch, als ich für meinen Mann und unsere beiden Kinder (4 & 9 Jahre) eine Kanufahrt gebucht habe. Eine befreundete Mama hatte mir erzählt, dass es bei ihnen total chaotisch war. Und auch wir waren in puncto Kanufahren absolute Anfänger. Um es vorweg zu nehmen: es war großartig, nach anfänglichen Schwierigkeiten. Doch der Reihe nach.

*Werbung wegen Markennennung/unbezahlt

Ich hatte eine Gruppentour bei Canoa Berlin durch Kreuzberg gebucht. Die Kanus sind jeweils für 4 Personen, zur Not auch 2 Kinder und 3 Erwachsene). Außer unserem Boot gab es noch drei weitere. Ich hatte mich für die 3,5 stündige Kreuzbergtour durch das alternative Berlin entschieden. Los ging es am Urbanhafen, vorbei am Maybachufer. Doch die ersten 20 Minuten habe ich kaum etwas mitbekommen von dem multikulturellen Leben rechts und links von uns. Denn es klappte einfach nicht mit dem steuern. Mein Mann sass ganz hinten, ich vorne, dazwischen die Kinder. Mina (4) bremste quasi permanent mit ihrem Paddel, Nicolas paddelte nur ab und zu und ich (zugegebenermaßen) auch nicht die ganze Zeit, weil es schlichtweg anstrengend und einseitig ist. Dementsprechend hilflos und „angefressen“ war auch unser „Papa Steuermann“. Nach dem 2. Halt (da erfährt man von den Führern Wissenswertes zur Berliner Geschichte in dem jeweiligen Bezirk und nette Anekdoten) wurden wir gefragt, ob wir so glücklich sind mit der Konstellation. Ich musste herzlich lachen, denn das waren wir natürlich nicht. Aber es war extrem höflich nachgehakt. Wir paddelten als einsames Schlusslicht schließlich schon eine halbe Stunde von rechts nach links total chaotisch hinter der Gruppe her. Als sich dann aber Pedro, einer der beiden Teamleader zu uns ins Kanu gesellte, wurde alles anders.

Er übernahm die Steuerung und plötzlich flossen wir scheinbar mühelos dahin. Meine Kinder fanden es total spannend zu sehen, wie die Schleuse voll läuft und wir sie dann passieren durften. Weiter ging es auf die Spree, vorbei an so bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Oberbaumbrücke, dem Badeschiff oder der ehemalige Grenzkontrollanlage aus den Zeiten der Teilung zwischen Ost- und Westdeutschland. Selbst als Einheimische war es faszinierend, Berlin aus diesem Blickwinkel zu sehen. Übrigens sind wir durch die Beine der Molecule Men (30 m hohe Skulptur im Wasser) gepaddelt. Wer sich genau dort küsst, soll ewig zusammen bleiben. Da mein Mann so weit hinten saß, haben wir das leider nicht geschafft;-)

Nach Dreiviertel der Strecke der Kanufahrt gab es einen Stopp im Biergarten und die restliche Zeit verflog nur so. Wir vier haben es total genossen, draußen im Freien aktiv zu sein und dabei so viel zu erleben. Mein Muskelkater am nächsten Tag hat mich noch länger an diesen schönen Ausflug erinnert…

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